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ONLINE-TEST aus UMWELT + ENERGIE
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| 11.02.2005 |
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Strompreise
Höchste Zeit für Kontrolle
Strom ist teuer in Deutschland. Eine Kilowattstunde
kostet im Schnitt über 17 Cent. Hinter Italien der zweithöchste
Preis in Europa. Und der Strompreis steigt und steigt: Plus
fünf Prozent im vergangenen Herbst, plus fünf Prozent zum
Jahreswechsel. Strom ist heute wieder ebenso teuer wie vor
der Marktöffnung im Frühjahr 1998. Von Wettbewerb keine
Spur. Höchste Zeit für eine Regulierungsbehörde, die
faire Bedingungen schafft. STIFTUNG WARENTEST online sagt,
wie Sie auch jetzt schon sparen.
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Diktat
der Konzerne
Vier Energiekonzerne beherrschen den deutschen Markt: Eon,
RWE, EnBW und Vattenfall Europe. Sie liefern über 80 Prozent
des Stroms und betreiben alle Hochspannungsnetze. Neue
Anbieter, die billigen Strom liefern wollen, müssen
Durchleitungsgebühren bezahlen. Das so genannte
Netznutzungsentgelt. Damit diktieren die Netzbetreiber die
Preise. Die Durchleitung ist in Deutschland besonders teuer.
Die Konzerne berechnen rund drei bis acht Cent pro
Kilowattstunde. Je nach Region. Zum Vergleich: In Dänemark
kostet die Durchleitung nur 2,6 Cent pro Kilowattstunde. Auch
in Großbritannien und Schweden sind die Gebühren viel
niedriger. Hier wachen Regulierungsbehörden über die Preise.
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Preise
ohne Kontrolle
In Deutschland gibt es eine solche Behörde nur für
Telekommunikation und Post. Mit Erfolg: Telefonieren ist seit
1998 um bis zu 95 Prozent billiger geworden. Die Regulierung
des Strommarktes ist zwar geplant, bisher aber nicht
umgesetzt. In Deutschland bestimmen die Energiekonzerne ihre
Durchleitungsgebühren selbst. Im Osten und Westen sind sie
sehr hoch, im Norden eher mäßig und im Süden
vergleichsweise niedrig. Das erklärt auch die
unterschiedlichen Strompreise von Region zu Region. Beispiel:
In Berlin kostet die Kilowattstunde bei Yello Strom 17,93
Cent. In München berechnet derselbe Anbieter nur 16,65 Cent.
Noch billiger ist Yello Strom in Köln: 15,68 Cent pro
Kilowattstunde. Hintergrund: Yello Strom sitzt in Köln und
kann dort günstig liefern.
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30
Prozent teurer
Die STIFTUNG WARENTEST hat die Entwicklung der Strompreise in
den vergangenen fünf Jahren untersucht. Von September 2000
bis Januar 2005 stiegen die Preise im Schnitt um fast 30
Prozent. Spitzenreiter ist der Billiganbieter Yello Strom, der
seine Preise um bis zu 58 Prozent angehoben hat. Der gelbe
Strom ist zwar im Vergleich immer noch günstig, aber längst
nicht mehr billig. Kostenfaktor Nummer eins sind die hohen
Netznutzungsgebühren. Beispiel: Greenpeace energy. Der
Anbieter schlüsselt seinen Preis pro Kilowattstunde präzise
auf: 4,3 Cent für Strom plus 4,6 Cent Öko- und
Mehrwertsteuer plus satte 7 Cent Netznutzungsgebühr. Dazu
kommen noch 2,5 Cent für Konzessionsabgabe sowie Umlagen für
erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung: macht 18,4
Cent pro Kilowattstunde. Greenpeace gehört damit zu den
teuersten Anbietern – hat seinen Preis aber in den
vergangenen Jahren nur um zwei bis drei Prozent erhöht.
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Erdgas
jetzt billiger
Die Energiekonzerne verteidigen die hohen Netznutzungsgebühren.
Die Sicherheit der Stromversorgung habe eben ihren Preis,
argumentiert der Verband der Elektrizitätswirtschaft. Es
seien vor allem staatliche Belastungen, die den Strom teuer
machten: Ökosteuer, Mehrwertsteuer und Umlagen für
erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung. Auch die
gestiegenen Rohstoffpreise werden gern zitiert. Öl spielt bei
der Stromerzeugung in Deutschland aber keine Rolle. Erdgas ist
gegenüber dem Vorjahr sogar billiger geworden. Nur der Preis
für Steinkohle ist um 33 Prozent gestiegen.
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Traumrenditen
für Stromkonzerne
Der Aufpreis bei Steinkohle dürfte den Strompreis aber nur um
0,2 Cent pro Kilowattstunde erhöhen, sagt Holger Krawinkel,
Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Er
sieht den eigentlichen Grund der hohen Strompreise in den
Renditeanforderungen der Konzerne. Die haben im vergangenen
Jahr satte Gewinne gemacht: Traumrenditen zwischen 15 und 20
Prozent. Die EU mahnt Deutschland bereits zu mehr Wettbewerb.
In Zukunft sollen Netzbetreiber und Stromanbieter voneinander
getrennt werden. Mehr Wettbewerb, neue Kraftwerke und
Konkurrenz auch bei Abrechnung und Stromzählung könnten den
Strom billiger machen – um zwei bis drei Cent pro
Kilowattstunde, schätzen Experten.
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Jetzt
schon sparen
In diesem Jahr wird Strom wohl teuer bleiben. Die geplante
Regulierungsbehörde startet frühestens im Sommer oder
Herbst. Die Energielobby wehrt sich derzeit nach Kräften. Hat
sie Erfolg, würden die Kompetenzen der neuen Behörde weit
zurückgefahren. Stromkunden können trotzdem sparen. Heute
schon. Anbieter wie Yello Strom, Lichtblick, Elektrizitätswerke
Schönau und Energie AG Iserlohn-Menden bieten Strom zumindest
etwas billiger an. Lichtblick und Energie AG liefern sogar
puren Ökostrom aus Wasser, Wind und Sonne. Das hilft
zumindest der Umwelt. Ansonsten ist Strom sparen angesagt.
Beispiel: Fernseher, Stereoanlage und PC. Wer den
Stand-by-Verbrauch reduziert, spart bis zu 70 Euro im Jahr.
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