 |
ONLINE-TEST aus UMWELT + ENERGIE
|
| 27.03.2003 |
 |
|
|
 |
Kombi-Solaranlagen
Sonne tanken
Sie ernten das Sonnenlicht: Fünf Millionen Quadratmeter
Solarkollektoren sind auf deutschen Dächern installiert.
Das entspricht der Fläche von etwa 670 Fußballfeldern. Die
Solarkollektoren gewinnen Jahr für Jahr so viel Wärme, wie
beim Verbrennen von rund 20 Millionen Litern Heizöl
entstehen würde. Kombi-Solaranlagen erwärmen nicht nur das
Trinkwasser, sie heizen auch. Die STIFTUNG WARENTEST hat elf
Anlagen getestet.
|
30
Prozent weniger Öl
Die Sonne macht unabhängig von Öl oder Gas. Ein bisschen
zumindest: Denn ganz ohne fossilen Brennstoff funktionieren
die meisten Solarhäuser in Deutschland nicht. Zumindest im
Winter wird noch konventionell geheizt. Das Konzept heißt:
Energie sparen und Ölverbrauch senken. Die getesteten
Kombi-Solaranlagen liefern warmes Wasser für Küche und Bad.
200 Liter am Tag – im Modellhaus der STIFTUNG WARENTEST. Ein
Niedrigenergiehaus mit 128 Quadratmeter Wohnfläche. Heizwärmebedarf:
10.700 kWh pro Jahr. Im Frühjahr und Herbst unterstützen die
Kombi-Solaranlagen auch die Heizung. Der Ölverbrauch wird so
um 20 bis 30 Prozent gesenkt. Dafür müssen – je nach
Anlage – etwa 7 bis 16 Quadratmeter Sonnenkollektoren aufs
Dach. Größere Anlagen können natürlich noch mehr
Sonnenenergie liefern. Aber das geht ins Geld.
|
Gute
Energiebilanz
Selbst die getesteten Solaranlagen kosten 7.300 bis 22.600
Euro. Dazu kommen noch 2.000 bis 3.000 Euro für die
Installation. Die Energiebilanz der meisten Anlagen ist gut:
Nach nur zwei bis drei Jahren haben die Kollektoren die
Energiemenge geerntet, die zur Produktion der Solaranlage nötig
war. Nun gewinnt die Anlage Energie. Lebensdauer: 20 Jahre und
mehr. Die geprüften Kollektoren sind solide gebaut: Sie
trotzten Wind und Wetter. Für die Umwelt macht sich die
Solaranlage schnell bezahlt.
|
Schlechte
Preisbilanz
Wirtschaftlich stehen die Anlagen dennoch im Schatten: Die
hohen Anschaffungskosten spielen sie nicht wieder ein. Die
Solaranlage spart zwar 150 bis 200 Euro im Jahr, weil weniger
Öl oder Gas verbraucht wird. Aber auch nach 20 Jahren kommen
dadurch bestenfalls 4.000 Euro zusammen. Selbst die staatliche
Förderung gleicht das Manko nicht aus. Zuschuss derzeit etwa
1.100 Euro für eine neun Quadratmeter-Anlage. Macht 5.100
Euro Ersparnis, aber mindestens 9.800 Euro für die
Solaranlage und deren Installation. Fazit: Ohne Idealismus
geht es nicht. Zumindest noch nicht. Öl und Gas könnten in
den nächsten Jahren aber deutlich teurer werden. Dann machen
sich die Solaranlagen auch wirtschaftlich bezahlt.
|
Ab
11.000 Euro
Die besten Chancen dazu hat die Wagner Solarpaket SH1440AR.
Preis: 11.430 Euro mit Installation. Die Solaranlage ist sehr
leistungsfähig und funktioniert gut. Kollektoren, Speicher
und Regelung harmonieren. Ebenfalls top ist die Solvis
Max-Paket SX 6. Vorteil: Ein moderner Gasbrenner für die
Heizung ist bereits integriert. Preis der Anlage: 19.690 Euro
mit Installation. Interessant für alle, die mit der
Solaranlage gleichzeitig ihre Heizung modernisieren wollen.
Die getesteten Anlagen sind für Ein- bis Zweifamilienhäuser
ausgelegt. Die STIFTUNG WARENTEST rechnete für einen
4-Personen-Haushalt.
|
|